Arwed Messmer (Hg.) Anonyme Mitte Berlin. Mit Texten von Annett Gröschner und Florian Ebner

184 Seiten, 78 Abbildungen in Farbe und schwarzweiß
Pappband mit Ausklapptafeln, 24 x 29,5 cm

Euro 39,00, sFr 63,00

ISBN 978-3-941185-66-1

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Die Anonyme Mitte Berlins ist jener Ort, der als Ursprung Berlins gilt: Cölln, die Stadt, die als erstes 1237 urkundlich erwähnt wurde. Die Bomben des 2. Weltkrieges und die Stadtplanungen der Nachkriegszeit haben diesen Ort, zu dem auch das umstrittene Schlossplatzareal mit dem Palast der Republik gehört, nahezu unbehaust zwischen den Verkehrströmen zurückgelassen. Hier geht es in alle Richtungen stadtauswärts.

Arwed Messmer hat diesen für ihn magischen Ort, zu dem für ihn auch die dritte Stadterweiterung, der Friedrichswerder gehört, seit 1995 immer wieder aufgesucht und die Veränderungen fotografisch festgehalten – in Farbpanoramen und Einzelbildern. Er hat den Abriss des DDR-Außenministeriums der DDR dokumentiert, den Umbau der Neuen Reichsbank, ehemals ZK der SED, zum Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik, die Metamorphosen des Palastes der Republik, die DDR-Bebauung an der Breiten Straße, der Sperlingsgasse und an der Friedrichsgracht, die Neubebauung des Friedrichswerder und die archäologischen Grabungen am Petriplatz.

Auf seiner Suche nach historischen Aufnahmen stieß Arwed Messmer in den Archiven der Stadt neben Bildern anderer Fotografen auf das Konvolut eines damals noch unbekannten Magistratsfotografen, später als Fritz Tiedemann identifiziert, der von 1948 bis 1952 ebenfalls immer wieder an diesen Ort zwischen Trümmern und Enttrümmerung zurückkehrte. In der Auseinandersetzung Arwed Messmers mit Fritz Tiedemanns Bildern entstand die Ausstellung So weit kein Auge reicht. Berliner Panoramafotografien aus den Jahren 1949-1952, die 2008 in der Berlinischen Galerie für große Publikumsresonanz sorgte.

Begleitet auf seiner Reise um den Mittelpunkt Berlins hat ihn die Schriftstellerin Annett Gröschner mit einem Essay über Geschichte und Gegenwart der Anonymen Mitte. Der Fotohistoriker und Kurator Florian Ebner beleuchtet in seinem Text die künstlerische Arbeit Messmers vor dem Hintergrund der Berliner Stadtfotografie, seinen fotografischen Blick, aber auch seine spezifische, archäologische Methode der Konstellation von eigenen und angeeigneten Aufnahmen.

Leseproben

Annett Gröschner
"In alle Richtungen stadtauswärts. Spaziergänge in der anonymen Mitte"

(...) Die Breite Straße ist so breit wie lang. Bis Anfang des 18. Jahrhunderts hieß sie Große Straße und war die Repräsentanzzufahrt zur Residenz, auch wenn damals noch tagtäglich die Kühe durch die Straße zur Weide getrieben worden sein sollen. Archäologisch ist die Existenz der Straße bis Ende des 12. Jahrhunderts zurückzuverfolgen, Jahre vor der ersten urkundlichen Erwähnung der Stadt Cölln.
Bis Ende des 19. Jahrhunderts verschwenkte die Straße vom Schloss gesehen nach links über den Cöllnischen Fischmarkt in Richtung Mühlendamm. Heute führt sie schnurgerade auf die riesige Kreuzung an der Gertraudenstraße zu. Man kann sich kaum vorstellen, dass es in der Breiten Straße mal munterer zuging als auf dem Kudamm. Gegenwärtig gibt es hier weder etwas zu spazieren, noch zu flanieren. Links ist der Marstall in seiner Wilhelminischen Behäbigkeit, an den sich das Ribbeckhaus anschließt, der einzige erhaltene Spätrenaissancebau Berlins, 1624 für den kurfürstlichen Kammerrat von Ribbeck aus zwei älteren Gebäuden, denen eine einheitliche Fassade vorgehängt wurde, errichtet. Daran schließt sich das Mitte der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts gebaute Eingangsgebäude der Stadtbibliothek mit den 117 Varianten des Buchstaben A am Portal an. Den Abschluss der linken Straßenseite bildet das Haus der Deutschen Wirtschaft, das den neuen Hauptstadtprotz der Jahrtausendwende pars pro toto veranschaulicht.
Rechterhand ist alles tot. Außer dem Giebel des Staatsratgebäudes und einem angrenzenden Kanzleiflügel und unterbrochen durch die Neumannsgasse gibt es bis zur Scharrenstraße nur das gesichtslose Gebäude des ehemaligen Bauministeriums. Nichts, weswegen es sich hier auf der Straße verweilen ließe, es sei denn, man wartet auf den Bus, der einen wegbringt.
„Wer von Berlin herüberkam, fühlte sich wie in eine andere Stadt versetzt. Vornehme Herren mit Gold- und Silbertressen am Rock kamen auf schönen Pferden geritten. Damen mit hohen, farbenfreudigen Bänderfrisuren fuhren in prachtvollen Karossen vorüber. Man hörte fast nur Französisch sprechen“, heißt es in Claus Backs 1961 erschienenen Roman „Drei Fräulein an der Jungfernbrücke“, der Ende des 17. Jahrhunderts spielt, als die Hugenotten als Flüchtlinge nach Berlin kamen und das gesellschaftliche Leben sehr schnell durch neue Moden beeinflussten. Die Betuchteren siedelten sich an der Breiten Straße an, heirateten untereinander und waren so durch Familienbande und Geschäftsbeziehungen verbunden, ehe sie in die neuerbaute Dorotheen- oder Friedrichstadt zogen, wo die Wohnungen moderner und repräsentativer waren. Viele Jahrhunderte war die Breite Straße eingespannt zwischen dem durch das Schloss repräsentierten feudal-staatlichen und dem städtischen bürgerlichen Zentrum. An der Breiten Straße bauten die reichsten Kaufleute, viele von ihnen Hoflieferanten, ihre Häuser und ließen sie von den besten Dekorateuren ausstatten. Das war in Berlin nicht anders als in den Breiten Straßen (oder Wegen) von Magdeburg, Potsdam oder Lübeck.
Für Angehörige des Hofes war eine Wohnung in der Breiten Straße lange Zeit ein Muss. Aber unter Friedrich Wilhelm II., dessen Regentschaft nach dem Tode Friedrich II. 1786 begann, verlor die Breite Straße ihre Bedeutung als Hauptzufahrt zum Schloss. Die Straße Unter den Linden wurde zur Prunk- und Prachtstraße und die Wilhelmstraße zum bevorzugten oder befohlenen Wohnort der Höflinge und des Kanzlers. Cölln blieb im Schatten des Schlosses zurück. Die Breite Straße verbürgerlichte, was damals einem Abstieg gleichkam. Jedoch blieb der Bodenrichtwert der Straße im Gegensatz zu den umliegenden Gassen einer der höchsten in der Stadt. Die Grundstücke auf der rechten Straßenseite wurden immer weiter verdichtet, in die Hinterhäuser zogen Werkstätten und Manufakturen. Das Volk hauste in den Gassen entlang des Spreekanals. Dort waren die Männer Flickschuster, Fischer oder Schiffer, viele Frauen verdingten sich als Wäscherinnen oder Dienstmädchen in den Bürgerhäusern der Breiten Straße.
Zwei Institutionen haben, neben dem bei allen Ständen beliebten Weihnachtsmarkt, über viele Jahrzehnte das Leben in der Breiten Straße bestimmt – die Vossische Zeitung und das Kaufhaus Hertzog. 1818 hatte die Vossische Zeitung, die über zwei Jahrhunderte das Nachrichtenmonopol in Berlin besaß, in der Breiten Straße 8 ihren Sitz genommen. Ende des 19. Jahrhunderts kaufte die Zeitung noch Haus Nr. 9 an der Ecke Neumannsgasse dazu. Von hier aus schwirrten zahlreiche, bis heute namhafte Redakteure wie Theodor Fontane und Ludwig Rellstab und Feuilletonisten und Reporter wie Kurt Tucholsky oder Sling in die Stadt aus und brachten die Geschichten mit, die man wegen ihrer zeitlosen Qualität heute noch lesen kann – über ein Berlin, das es nicht mehr gibt. 1934 musste die Tante Voss, wie sie allgemein hieß, nach Zerschlagung des Ullsteinverlages, der seit 1914 Eigentümer der Zeitung war, ihr Erscheinen einstellen. Das Gebäude übernahm die Reichsbank, die neben Büros der Bank von Japan auch die 1935 gegründete Reichsstelle für Edelmetalle unterbrachte, die bei der Beschlagnahme des jüdischen Besitzes an Gold und Silber nach dem 9. November 1938 kräftig mitmischte.
Die zweite bürgerliche Instanz, vor allem für junge Mädchen, war das Kaufhaus Hertzog, der Berliner Spezialist für Aussteuer, Maßkonfektion und die Lieferung in feinen Schachteln bis vor die Haustür. 1839 eröffnete Rudolph Hertzog in der Breiten Straße ein Manufakturwarengeschäft und baute es in den folgenden Jahrzehnten zu einem Kaufhaus um, indem er nach und nach alle Grundstücke zwischen Breiter Straße, Scharrenstrasse und Brüderstraße aufkaufte und seinem Imperium einverleibte, bis ein schneckenhausartiges Gebilde entstanden war, in dem man sich zwischen der Unterkleider- und der Seidenwarenabteilung verlaufen konnte. Vorgemacht hatten es Gerson & Leineweber mit ihrem seit 1847/48 am Werderschen Markt befindlichen ersten Berliner Kaufhaus. Wie so ein Aufstieg vonstatten ging, hat die Schriftstellerin und Journalistin Alice Berend für das fiktive Geschäft „Spreemann & Co“ am nahegelegenen Dönhoffplatz beschrieben – der Großvater war noch ein wandernder Händler, der Vater gründete ein bescheidenes Geschäft an einem belebten Platz, das von den Söhnen nach 1870 zu einem Kaufhaus erweitert wurde, in dem es auf drei Etagen alles gab, was der Gründerzeitmensch brauchte.
1848 hatte Hertzogs Geschäft 155 Quadratmeter, im Jahr 1912 waren es schon 15.875 Quadratmeter. 1908/09 ließ Hertzog in der Brüderstraße, Ecke Scharrenstraße einen Neubau im Stil des Neobarock errichten und ein Erweiterungsbau entstand an der Stelle des Cöllnischen Rathauses, das 1899 abgerissen worden war, weil es dem zunehmenden Verkehr im Wege stand. Bald fuhr auch eine Straßenbahn durch die Breite Straße und hielt vor dem Kaufhaus. In den zwanziger Jahren verlor Hertzog seine Spitzenposition an die Warenhäuser am Leipziger Platz und am Alex und auch von der Enteignung seiner jüdischen Kollegen in den dreißiger Jahren profitierte er nicht.
Hertzog gehörte auch das Haus Nr. 19/20 an der Ecke Scharrenstrasse, in dessen Erdgeschoss sich die Konditorei Jaenicke befand, in das die Mädchen von ihren Müttern nach dem Kauf der Aussteuer zu Kuchen und Schlagsahne eingeladen wurden. Der Fotograf Fritz Tiedemann hat das Haus nach dem Krieg zweimal fotografiert. Auf der ersten Aufnahme, 1949, fehlt die Mitte der Fassade und man kann in das Innere der ehemals gutbürgerlichen Belle Etage sehen, die sich wegen ihrer Luftigkeit nur noch zum Trocknen der Wäsche eignet, auf dem zweiten Bild, drei Jahre später, ist die Wand notdürftig repariert. Egal, wie kaputt das Haus war, Jaenicke blieb, auch wenn die Reklameschilder immer bescheidener, die repräsentativen Fenster aus Glasmangel immer kleiner wurden und der Kaffee aus Gerste, Malz und Zichorie bestand. In den 1960er Jahren wurde das Haus für die Straßenverbreiterung abgerissen. Dem Gebäude gegenüber, Nr. 28, erging es nicht besser, auch wenn es noch fünf Jahre länger stand. Die im Erdgeschoss beheimatete Schlossklause erfreute sich allgemeiner Beliebtheit, gab es doch kaum noch Kneipen in der Abrissgegend, auch hatte die Stadtbibliothek bis zum Bau der Großgaststätte Ahornblatt an der Gertraudenstraße keine Kantine. Zwar fehlte seit 1950 der Schlossklause das zugehörige Schloss, aber das ließ sich bei Molle und Korn vergessen. Da es ein Etablissement der höheren Preisstufe war, wurde auch Wein ausgeschenkt, den man in nach Schlössern in anderen Gegenden benannten Separees trinken konnte.
Als 1965 gegen den Rat von Denkmalschützern und Stadtplanern der Abriss des Fischerkiezes begann, fiel auch der Beschluss, die Patrizierhäuser auf der rechten Straßenseite der Breiten Straße abzureißen. Um mehr Platz für Demonstrationen und Paraden auf dem Schlossplatz zu haben, wurde die kleinstädtische Struktur der Straße ausgelöscht. Nur das Ermelerhaus Breite Str. 11 überstand diesen Raubbau, wenngleich an anderer Stelle. Es wurde ein paar hundert Meter ans Märkische Ufer transloziert. In den Keller zog die Raabediele, die eigentlich in der Sperlingsgasse beheimatet war. Zwanzig Jahre später hat man solche Verpotpourrisierungen in weitaus größerem Stil im Nikolaiviertel zur Perfektion gebracht. Die Parzellen des Straßenabschnittes von Neumannsgasse bis Scharrenstrasse wurden 1967 vollständig mit dem Komplex des Bauministeriums überbaut. Es ist inzwischen geräumt. Der BND, der das Gebäude eine Weile nutzte, hat es mit einem stabilen Sicherheitszaun umfriedet. Moose und Flechten bedecken die Kiesbetonplatten, die seit mindestens zehn Jahren niemand mehr betreten zu haben scheint. In den Eingangszonen hat sich das Herbstlaub einiger Jahre gesammelt. In einem der Fenster grüßt Walter Ulbricht, der 1. Sekretär der Vernichtung von Cölln.

Florian Ebner
"Der Archäologe unter den Stadtfotografen"

(...) Arwed Messmers sorgsam komponiertes Bildkonstrukt aus eigenen und angeeigneten Fotografien versucht eine Bestandsaufnahme des Areals, das einmal die historische Mitte Berlins war. Dafür kombiniert er Aufnahmen aus der Nachkriegszeit und des Wiederaufbaus in der noch jungen Hauptstadt der DDR mit Fotografien aus den letzten 15 Jahren, die das Verschwinden jener für das repräsentative Berlin von heute unliebsamen Bauten dokumentieren. Gerade die Überblendung dieser beiden Zeiträume führt zu einem klarer konturierten Bild: Die fortwährenden Vernichtungen der Vergangenheit, sei es durch die Auswirkungen des Krieges oder sei es durch die jeweilige ideologische Abkehr vom Vorhergegangenen führt zur Gesichtslosigkeit der Gegenwart, zur anonymen Mitte der deutschen Metropole.

(...) Doch zum anderen entwickelt Arwed Messmer seine eigene künstlerische Methode einer Repräsentation der Gegenwart aus dem Verständnis der Geschichte weiter. Dieser Prozess gestaltet sich auch auf dialektische Weise. Die Wahl der Landmarken und Koordinaten, um die seine Recherche kreist, wird nun in entscheidendem Maße von Bildern der Geschichte bestimmt. Zugleich bleibt der visuelle Grundton dieser Arbeitsweise Messmers fotografische Wahrnehmung der Gegenwart, die er im Stil einer topografisch-kritischen Stadt- und Landschaftsfotografie der 1980er und 1990er Jahre, aus deren Tradition er erwachsen ist, festhält. Messmers Aufnahmen stecken gewissermaßen das Terrain ab, auf dem die historischen Bilder wie punktuelle Rückblenden auf die latente Geschichte dieser Orte funktionieren. Im Falle der vorliegenden Arbeit erinnern die vielen Erdaufschichtungen, hinter denen die Stadt zu verschwinden droht, wie Referenzen an die dokumentarische Tradition eines Lewis Baltz, doch zugleich gehen diese Motive gut mit der archäologischen Geste seiner von ihm „ausgegrabenen“ historischen Bilder einher. Messmers kombinatorischer Umgang mit diesem Bildmaterial folgt hingegen nicht der von anderen Fotografen oder auch Institutionen gerne praktizierten, manchmal etwas mechanischen Methode, allen alten Aufnahmen stets eine aktualisierte Ansicht desselben Ortes an die Seite zu stellen. Messmers Freiheit, an geeigneten Stellen auf historische Aufnahmen zuzugreifen, lässt vielmehr ein Spiel an Nuancierungen zu. So greift er neben Tiedemanns weiten, leer geräumten Prospekten des Neuen Ostberlins, die so gut mit der temporären Leere von Heute korrespondieren, auch auf dessen Aufnahmen vom Alten Berlin zurück – man fühlt sich hier nicht zu Unrecht an die Parisbilder Eugène Atgets erinnert, – um die Zerstörung des Alten als eine Ursache für die heutige Anonymität besser begreifbar zu machen.

Autoren

Arwed Messmer (*1964 in Schopfheim) studierte Fotografie an der Fachhochschule in Dortmund. Nach einer frühen Serie von Panoramaaufnahmen über ostdeutsche Landschaften zu Beginn der 1990er Jahre, setzte sich Messmer in seiner weiteren künstlerischen Arbeit vor allem mit der Topografie der modernen Städte auseinander. Seither widmet er sich auch immer wieder der Umgestaltung Berlins, wo er seit 1992 lebt. Sein dokumentarisch geprägtes Augenmerk gilt dabei nicht nur den sichtbaren Metamorphosen der Architektur, sondern auch der historischen Dimension dieser Orte, die sich wie ein Filter vor die Wahrnehmung der heutigen Wirklichkeit schiebt, wie dies etwa in der mehrteiligen Arbeit Potsdamer Platz Anno Zero, 1994/95 und der Serie Stadt/City 1994–1998 zum Ausdruck kommt.
Bei der Recherchen nach historischem Bildmaterial für das vorliegende Buch stieß Arwed Messmer 2006 in der Berlinischen Galerie auf die Bilder des Magistratsfotografen Fritz Tiedemann und somit auf den Großteil der historischen Fotografien in Anonyme Mitte – Berlin, die in unterschiedlicher Intensität bearbeitet sind.
Im Rahmen des Europäischen Monats der Fotografie 2008 zeigte er, in Zusammenarbeit mit der Berlinischen Galerie, großformatige, digital rekonstruierte und interpretierte panoramatische Stadtlandschaften aus den frühen 1950er Jahren, die dem reichen Bildkonvolut Fritz Tiedemanns entstammen. Zu dieser Ausstellung So weit kein Auge reicht von Tiedemann/Messmer erschien ein Katalog im Dumont Verlag, Köln.
www.lux-fotografen.de

Annett Gröschner (*1964 in Magdeburg), Schriftstellerin und Journalistin, lebt seit 1983 in Berlin und beschäftigt sich seit vielen Jahren auf vielfältigste Weise mit dieser Stadt. Zuletzt erschien Parzelle Paradies. Berliner Geschichten, Hamburg 2008. Seit 1992 arbeitet sie mit Arwed Messmer an gemeinsamen Projekten, u. a. erschienen die Buchpublikationen Hier beginnt die Zukunft, hier steigen wir aus. Unterwegs in der Berliner Verkehrsgesellschaft, Berlin 2002, Kontrakt 903. Erinnerung an eine strahlende Zukunft, Berlin 2003 und Verlorene Wege, Nürnberg 2009. Für den Katalog zur Ausstellung So weit kein Auge reicht von Tiedemann/Messmer in der Berlinischen Galerie 2008 schrieb sie den Essay: Heute Prima rote Rüben. Die Fruchtstraße am 27. März 1952.
www.annettgroeschner.de

 

Florian Ebner (*1970 in Regensburg), absolvierte ein Studium der Fotografie an der École Nationale Supérieure de la Photographie in Arles sowie der Kunstgeschichte und Geschichte an der Ruhr-Universität Bochum. Von 2000 bis 2006 lehrte er als künstlerischer Assistent an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Im Anschluss arbeitete er als Assistant Curator für das Ausstellungsprojekt Street & Studio am Museum Folkwang. Von April 2008 bis Januar 2009 leitete er kommissarisch die Fotografische Sammlung der Berlinischen Galerie, dort kuratierte er mit Arwed Messmer und Ursula Müller die Ausstellung So weit kein Auge reicht; seit Februar 2009 ist er am Museum für Photographie Braunschweig. Zahlreiche Publikationen zur Fotografie der Moderne und der Gegenwart.